Ehemals: US-Army-Airfield Werve-Thompson


Der Flugplatz Bad Hersfeld wurde in einer Fachplanung in den Jahren 1952/53 von der US-Army auf dem Johannesberg errichtet und mit einem Bauschutzbereich versehen. D.h. in einer klar umrissenen Umgebung des Flugplatzes war kein Hochbau möglich. Die einzige Bebauung des gesamten Johannesberg-Areals bestand damals aus der Klosterschänke. Die Verbindungsstraße dorthin führte über den Flugplatz, unmittelbar am Hangar vorbei.

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Technische Daten / Militärischer Betrieb:


  • Fläche ca. 130.000 m²
  • Komplett eingezäunt
  • Bahn: 2200 x 60 ft (670 x 18m) Asphalt
  • Hangar mit Vorfeld und Rollweg
  • Betankung mit Tankfahrzeugen
  • Nachtflugbefeuerung
  • 24-Stunden-Betrieb
  • Vier Hubschrauber stationiert
  • Bis zu ca. 30 Hubschrauber bei Übungen


In den Anfangsjahren wurde der Flugplatz von kleineren Flächenflugzeugen bis etwa 20 t Abfluggewicht beflogen. Die in den Kinderschuhen steckende Entwicklung der Hubschrauber schritt jedoch rasant voran und die US-Army stationierte zur Grenzsicherung nach und nach nur noch Hubschrauber.


Der Flugplatz war unter dem internationalen Kennzeichen für Militärflugplätze EDOZ

von der


The Defense Mapping Agency

Aerospace Center

St. Louis Air Force Station, Missouri


im Enroute-Supplement Europe,North Africa and Middle East mit allen

für die Benutzung wichtigen Daten veröffentlicht.


Nachdem der Motor-Flieger-Club e.V. Bad Hersfeld (MFC) seinen Flugplatz in den Haunewiesen mit Beginn der Aufschüttungen des Straßenbaus für den Höchster Damm (Picassokreuzung Richtung Johannesberg) aufgeben mußte, konnte mit dem US-Army-Headquarter in Heidelberg ein Mitbenutzungsvertrag für den Militärflugplatz auf dem Johannesberg abgeschlossen werden. Dieser Vertrag beinhaltete die Berechtigung zur Ausbildung von Piloten.


Gemäß den Auflagen im Vertragswerk durften nur Mitglieder des MFC den Platz benutzen. Die wirtschaftliche Nutzung für Unternehmen im Geschäftsreiseverkehr wurde von den Militärs zu Beginn grundsätzlich abgelehnt. Später dann wurde diese strikte Regelung gelockert und Unternehmer, die selbst im Besitz eines Pilotenscheines und Mitglied im MFC waren, durften mit ihren Flugzeugen starten und landen.


Der Flugplatz bekam dadurch eine wichtige Bedeutung für die mittelständische Wirtschaft des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Einige Unternehmen investierten in ein eigenes Flugzeug und konnten hierdurch viele neue Kunden und Aufträge in Deutschland und im benachbarten europäischen Ausland gewinnen.


Trotz massiver Einwände maßgebender Fachleute beschlossen die politischen Entscheider der Stadt Bad Hersfeld Anfang der siebziger Jahre die Entwicklung des Wohngebietes Johannesberg. In unmittelbarer Nähe zu einem in einer Fachplanung entstandenen Flugplatz mit Bestandsschutz wurde ein Wohngebiet entwickelt und gebaut.


Die über viele Jahre bekannte Fluglärmsituation der stationierten aber auch der von auswärts anfliegenden Hubschrauber im Tag- und Nachtflugbetrieb wurde von den Verantwortlichen ignoriert.


Die zukünftige Lärmsituation für das Wohngebiet wurde bewußt in Kauf genommen. Die Genehmigungsbehörde beim RP Kassel sah in dem geplanten Baugebiet keinen Grund für flugbetriebliche Einschränkungen. Sie wies jedoch die Stadt auf die Möglichkeit eventueller späterer Lärmbeschwerden hin.


Da eine Erweiterung des Flugplatzes von den Amerikanern nicht vorgesehen war, haben diese auf Betreiben der Stadt den vorhandenen Bauschutzbereich aufgegeben.


Allen Bauherrn war damals die Situation bestens bekannt und die damaligen städtischen Entscheider wiesen auch darauf hin, daß die Grundstückspreise entsprechend niedrig angesetzt seien. Seitens der Stadt Bad Hersfeld stand die Existenz des Flugplatzes während der Zeit der US-Army nie in Frage.


Dem MFC wurde in 1978 mit Zustimmung der Amerikaner und der Stadt Bad Hersfeld die Genehmigung zum Bau eines Hangars, einer Tankanlage sowie Vorfeld und Rollweg erteilt. Durch erhebliche Eigenleistungen der Mitglieder, der Unterstützung einiger Unternehmen beim Bau sowie der Einnahmen für die Unterstellung von Geschäftsreiseflugzeugen, konnte die Finanzierung sichergestellt werden. Zur damaligen Zeit gab es keinerlei flugbetriebliche Einschränkungen.


Nach Abzug der US-Army hat der MFC die Umwandlung des Flugplatzes von einer militärischen in eine zivile Nutzung als Sonderlandeplatz beantragt. Die Genehmigungsbehörde, der Regierungspräsident in Kassel, hatte aus luftrechtlicher Sicht keine Bedenken, allerdings die damals Verantwortlichen der Stadt Bad Hersfeld. Sie nahmen auf die Genehmigungsbehörde insofern Einfluß, als daß dem MFC nur eine temporäre Erlaubnis als Außenstartgelände erteilt und die Startzahl pro Jahr begrenzt wurde.


Seit 01. Januar 2008 ist dem Flugplatz Johannesberg nun endlich die Genehmigung als Sonderlandeplatz erteilt. Nach langem Bemühen und zahlreichen Gesprächen mit involvierten Stellen ist es dem MFC e.V. gelungen, dies zu erreichen. Ein Flugplatzgelände, wie das unsrige auf dem Johannesberg (seit 1997 ist der MFC Eigentümer des Geländes), ist ein Juwel für die Stadt Bad Hersfeld, für die Wirtschaft aber natürlich auch für alle Freunde der Fliegerei. Ein solcher Platz mit einer derartigen Infrastruktur muss und wird erhalten bleiben.


Gerade in der heutigen Zeit ist ein regionaler Flugplatz ein bedeutender Standortfaktor für alle ansässigen Unternehmen. Der Wirtschaftsraum Osthessen und die Stadt Bad Hersfeld können von dem Flugplatz Johannesberg nur profitieren.


Mehr Fotos aus der Zeit der militärischen Nutzung findet man u.a. hier:

http://thedeitz.com/photos.php (many thanks to Gaither Deitz)

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Geschichte des Flugplatzes Bad Hersfeld/Johannesberg

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© 2017 MFC Bad Hersfeld e.V.

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